Ulan Bator

03.08.-04.08.2014
Die 2 tage UB nutzen wir um uns zu regenerieren und schmieden Pläne für kommendes…

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Grenzübertritt – Ulan Bator

02.08.2014

Die Nacht war ruhig und kalt. Etwas wehmütig packen wir unsere Klamotten. Die Stimmung könnte nicht grandioser sein. Es hat den Anschein, als wollte uns Mütterchen Russland mit ganzer Kraft zurückhalten.
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Einen letzten Moskitogruss nehmen wir auch noch mit bevor wir in Richtung Grenze fahren.
An der Grenze angekommen treffen wir „alte Bekannte“ wieder. Russland lässt uns ohne Weiteres gehen.
Die Mongolei empfängt uns jedoch mit der gewohnten und zeitaufwendigen Bürokratie.
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Das Motto „Warten“ wäre hier schon fast untertrieben. Die Situation zu beschreiben würde den Rahmen sprengen.
In brütender Hitze öffnet sich der Schlagbaum erst nach diversen Telefonaten mit Gonnie von Monex und dem Costumer Inspektor. Ab nach UB.
Unser Zeitplan ist straff. Wir haben mit der Spedition abgemacht, dass wir noch vor 16 uhr, an einem Freitag wohlgemerkt, UB erreichen und unsere mopeds in den Container verfrachten. Ein fast unmögliches Unterfangen. Unzählige Überholmanöver und eine sehr straffe Fahrweise müssen wir an den Tag legen, damit wir es schaffen. Da bleibt auch nicht viel zeit für ein Schätzchen mit gleichgesinnten.
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Wir wurschteln uns durch den dicksten Feierabendwochenendverkehr von UB, bis wir ziemlich genervt das Containergelände vom zoll erreichen.
Zum Glück hat gonnie beste arbeit geleistet und do können wir mit hilfe der werksarbeiter unsere mopeds für den Containertransport herrichten.
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…das wars dann fast mit der mopedreise unseres Lebens… mitosibirsky-extrem 2014 neigt sich dem Ende. In der Hoffnung auf ein Revival geniessen wir auch diesen Moment.
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Chita – Ulan Ude – russische Grenze

01.08.2014

Ich erwache in einer klammen und feuchten Umgebung. Der schlafsack ist nass. Überall an den zeltwänden läuft restwasser vom Gewitterregen herunter. Ich öffne das Zelt und draußen erwarten mich, trotz empfindlicher kühle, die ersten Sonnenstrahlen. Ralfi ist auch schon am start und so geht es heute ohne Kaffee oder sonstige Kalorien auf die Piste. Chita ist nur noch wenige Kilometer entfernt und so schrubben wir die 78km mit leerem Magen runter. Die Strasse schlängelt sich durchs Gebirge bis man schließlich auf einer Hochebene Chita entdeckt. Wir schlagen uns beim hiessigen Motelrestaurant den Bauch mit allerlei Kalorien voll und düsen weiter. Ob wir unser Ziel, die russische Grenze erreichen, ist unklar. Knapp 900km wären zu bewältigen.
Beide Helmkameras haben mittlerweile ihren Dienst eingestellt. Somit bleiben nur noch die Erinnerung an ein wunderschönes Stückchen Fahrt bis Ulan Ude, vorbei an weitem Steppeland mit seinen grünen Hochflächen bis wir schließlich das atemberaubende Salenga Delta erreichen. Der Kontrast zwischen blauem Wasser, grüner Vegetation und braunem Felsgestein ist der Hammer.
Ca. 20 uhr erreichen wir mit leerem Magen Ulan Ude. Wir halten Ausschau nach einem Magazine. Der Magen knurrt. Jedoch fahren wir nahezu in Trance an allen Einkaufsmöglichkeiten vorbei. Irgendwann schaffen wir es doch noch an einem regionalen Markt anzuhalten und etwas essbares zu organisieren. Dann heisst es ein letztes mal schlafplatzsuche im geliebten Russland.
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Wir lassen es uns nicht nehmen und fahren, wie schon in unserer ersten Nacht, querfeldein. Und so werden wir bei Nudeln, dem letzten Pivo und etwas Nachtisch belohnt von einem traumhaften Blick und Sonnenuntergang.
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Yerofey Pavlovich – kurz vor Chita

31.07.2014
Am nächsten Morgen strahlte uns die Sonne an.
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Die Reise führt uns durch schier endlose Landschaft. Die Temperaturen steigen. Die sonne brennt. Ziemlich ausgedörrt kleben wir auf unseren Mopeds fest. Wir betreten sichtbar wieder buriatisches land. Wenn man sich vorstellt, wie es hier einmal aussah ohne die asphaltierte M56… nun reihen sich die ortschaften anonym an ihrem strassenverlauf aneinander. Der hunger zwingt uns genau in einem solchen anonymen nest zu stoppen und etwas essbares zu uns zu nehmen.
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Wir bestellen Soljanka mit Brot und etwas Чай und geniessen auf der amerikanisch anmutenden Terrasse das bunte Treiben der Einwohner.
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Da sitzen wir nun, gezeichnet von den Strapazen…jedoch mit einem tief empfundenen Glücksgefühl…
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Gut gestärkt schwingen wir uns wieder auf unsere mopeds. Es sollte ein langer Tag werden. Kilometer für Kilometer spulen wir ab bis wir nach ca. 760km hundemüde nach einem Schlafplatz suchen.
Ein paar Meter abseits der Strasse werden wir fündig. Ein grünes Plätzchen.
Abgespannt und fertig hiess es zeltaufbaun, feuer machen und etwas essen und pivo.
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Die luft und spannung waren raus. An diesem abend entschieden wir uns eher zurückzukehren nach Deutschland. Die Argumente lagen auf der Hand. Für eine tour durch die Mongolei waren unsere Maschinen zu fertig. 1 woche in ulanbator wollten wir uns auch nicht antun.
Die nacht war feucht. Zumindest bei mir. Ein Gewitter brachte mein zelt, was nun schon über 10 jahre und viele reisen auf dem Buckel hatte, an den rand seiner Funktionalität. Einige male wurde ich von grossen tropfen, die mich direkt ins Gesicht trafen, geweckt.
Gut dass wir uns für den Rückweg entschieden hatten. Das überflutete Magadan hätten wir wohl nicht so unbeschadet überstanden.

Tynda – Yerofey Pavlovich

30.07.2014

Es geht los. Wir packen unsere Sachen. Das Wetter ist gut. Die Hoffnung auf bessere Strassen schwingt beim Start mit. Wir brauchen aber noch ein paar Rubel und so parken wir vor der Kinderpoliklinik, denn dort gibt es einen Bankautomaten.
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Während ich für den finanziellen Teil zuständig bin, „bewacht“ Ralf unsere Mopeds vor neugierigen Blicken. Als ich zurückkomme, hat er eine Einladung des Krankenhausdirektors in der Tasche.
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Die nette Einladung können wir natürlich nicht ablehnen. Und so gibt es zur netten unterhaltung auch noch echten Bohnenkaffee und Konfekt.

Gestärkt für die Weiterfahrt schwingen wir auf unsere Mopeds und starten in Richtung never.
Laut Recherche sollte ab tynda eine bessere Straße kommen. Naja…wenn ich sage, sie wurde noch einmal richtig bescheiden, ist das noch human ausgedrückt. Irgendwie rüttelte und ratterte es immer an einem der beiden mopeds. Dann wollte es sich nicht recht entscheiden ob es nun regnet oder nicht. Kombi an kombi aus. LKW überholt und wieder vorbeigelassen. Die Prozedur wiederholte sich einige male. Trotzdem dass die strassenverhältnisse schlechter als in anderen Teilen Russlands waren, versuchte man hier mit viel Ehrgeiz riesige asphalttrassen entstehen zu lassen. Oftmals blieb es aber bei dem Versuch.
Gefühlt sind wir eine Ewigkeit unterwegs. Nach ca. 7h erreichen wir das Kreuz bei never.
Nach so vielen Kilometern unbefestigter strasse fahren wir fast gelangweilt in richtung Wladiwostok.
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Diverse Motorradreisende erzahlen uns ihre stories. Woher sie kommen. Wohin sie fahren. Wie aufregend alles war. ….wir sind müde vom anstrengenden ritt. Aspaltierte erlebnisse holen uns nicht mehr „hinterm ofen hervor“. Dennoch hören wir geduldig zu. Wir hatten uns fur Wladiwostok entschieden, da wir noch ca. 2 wochen zeit hatten. Ca. 3000km aspaltpiste stand uns bevor. Dasselbe noch einmal zurück. Wir fuhren sichtlich ermüdet und gelangweilt in richtung Wladiwostok. Nach 60 km hiess es tanken und essen. Aus 10min wurden 20 und 40min. Ein gewitter zog auf. Wir machten es uns unter einem vordach bequem. Sollen wir wirklich nocheinmal ca. 6000km fahren für 2 tage Wladiwostok? Soviel zeit sollte uns nämlich noch bleiben. Wir diskutierten. Verwarfen. Machten uns mut. Die Entscheidung viel…. mit unseren abgefahrenen reiden und der verfassung unserer mopeds, aber auch von uns, hatte es keinen sinn so viele Kilometer zu schrubben. Also entschieden wir uns für den Rückweg nach ulanbator. Das nächste Mal wieder. Wenn wir die BAM OST machen, dann kommen wir sowieso aus der Richtung Wladiwostok. Also zurück in Richtung chita im strömenden regen. Die Fahrt war lang. Endlos scheinende Kilometer reihten sich aneinander. Bis wir nicht mehr konnten und nach einem Schlafplatz Ausschau hielten. Wir fahren nach ca. 730km an eine Art Motel ran. Fix und fertig wollen wir nur noch essen, duschen und schlafen. Ein paar Minuten später werden wir in einem Militärsjargon darauf hingewiesen, dass es keine freien Plätze mehr gibt. Genervt starten wir unsere Maschinen und fahren in die nächste Ortschaft namens „Yerofey Pavlovich“. Die 5km schotterpiste versetzt uns nocheinmal in eine Art BAM Revival. Nach 730km nochmal so richtig durchgeschüttelt zu werden hatte schon was. Auch das kleine Örtchen mit seinen Einwohnern, die wie die Ameisen umherliefen, gab uns emotional nochmal eine Rückbesinnung an Erlebtes. Leider aber keine Schlafmöglichkeit. Und so mussten wir unverrichteter Dinge wieder zurück fahren. 2km zurück hatten wir einen grossen Parkplatz gesehen, der uns dann unsere Ruhestätte für diese Nacht sein sollte.

Aldan – tynda

29.07.2014

Wir packen unsere Klamotten, denn jeden Moment kommt die örtliche Polizei um uns zu unseren mopeds zu chauffieren.
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Wir bedanken uns bei den beamten für ihre Gastfreundschaft und satteln unsere bikes.
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Wir nehmen Abschied von unserem hotel, in der hoffnung hier vielleicht irgendwann mal wieder zurück zu kommen.
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Die luft ist etwas raus da wir uns nun am umkehrpunkt unserer reise befinden. Die knapp 600km lange tagesetappe nach tynda versuchen wir so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. Im Sonnenschein losgefahren, erstarren unsere knochen nun bei diesen Temperaturen im gebirge sibiriens. Der starke wind macht das ganze noch um 10° kälter.
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Irgendwie macht das wetter die ganze Situation sehr melancholisch. Die sonne ist weg und es fängt immer wieder an mit regnen. Soviel km wären es bis yakutsk gewesen. Das nächste Mal…
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Einen Vorteil hat das ganze. Es gibt weniger Staubwolken.
Und jetzt erkennt man auch das ausmass der strassenarbeiten.
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Unsere mopeds pfeifen momentan wirklich auf dem letzten „loch“. Ralfs kofferträger löst sich. Diverse schrauben liegen irgendwo in yakutien.
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Wir nehmens gelassen…
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Irgendwann fängts dann richtig mit regnen an.
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Wir geniessen die letzten km yakutiens. Bevor es die neue asphaltierte strasse gab, war diese strasse die Verbindung zwischen aldan und tynda…
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Die strasse wird wieder besser….das Wetter schlechter…
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Wir kommen am späten Nachmittag in tynda an und beziehen gleich unser zimmer vom letzten Mal.
Ab jetzt heisst es entspannen, blog schreiben, essen und trinken…

Aldan

27.07.2014
Nachdem wir ja gestern erst gegen 1.30 uhr in der nacht aus der polizeiwache in unsere gostinica gebracht wurden, sind wir dann nach der ersten wundversorgung erst gen 3 uhr eingeschlafen. Trotzdem war es erholsamer schlaf. Ralf versucht sich zu erholen und regerieren. Ich kaufte ein, erkunde etwas die stadt und versuche ralf wieder etwas aufzupäppeln…
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BAM Tag 11 Tynda – Aldan

26./27.07.2014
Wir haben diese zwei Tage genutzt um uns ein wenig zu erholen und die Motorräder ein wenig her zu richten.
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Unterstützung erhielten wir dabei von Max, der vermeintliche Experte für den alles „no problem“ war. Wir ließen unsere Kofferträger mit seine Hilfe schweißen. An für sich eine nette und immer wieder gerne in Anspruch genommene Geste, wären da nicht immer wieder diese Spitzen gegen unsere Motorräder, die Strecke oder die Ausrüstung. Bei der schnell der Eindruck entsteht wir haben keine Ahnung und machen alles falsch und er hätte die Weisheit mit Löffeln gegessen. Im Endeffekt hat diese Sch(w)eißaktion, bei der die Teile auch lackiert wurden, unsinnigerweise, nichts gebracht. Mein Kofferträger, BMW, passte hinten und vorne nicht mehr. Was meiner Laune mehr als abträglich war. Zudem kam noch das ich mich nicht hundertprozentig mit dem Fahrziel anfreunden konnte, die BAM war sehr anstrengend, es wurde aber eine Entscheidung getroffen, die letztendlich aber ich gefällt hatte.
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Nachdem wir nun endlich losfahren wollten kam noch unser „Freund Max“ um sich zu verabschieden. Wir bedankten uns bei ihm und machten den Fehler ihn zu fragen wo man den Kettenspray kaufen könnte. “ No problem, i will show you“. Super dachte ich, wir kommen hier nicht mehr weg. Aber auch dieser Kelch ging an uns vorüber.
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Es ging nun los Richtung Yakutsk, es war mittlerweile gegen 14 Uhr; Tagesziel war Aldan (ca. 500km). Während der Fahrt hörte ich Geräusche, die es vorher nicht gab. Mein schutzblech vom hinterrad hatte sich abgerüttelt. Im Zusammenspiel mit dem nicht passenden Kofferträger, den Geräuschen und der ohnehin schlechten Laune gipfelte dies in außerordentlichen Fahrleistungen auf einem entsprechend schlechten Untergrund (für einen kurzen Zeitraum).
Es gab jetzt nur eins um die atmosphäre aufzulockern…essen…
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Nachdem man sich mit dem Vorfahren abgewechselt hatte, der Untergrund änderte sich so das jedes Fahrzeug egal ob es uns entgegen kam oder voraus fuhr eine Staubwolke entwickelte das das Fahren zu einem Blindflug wurde.
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Am Ende des Tages kam es eigentlich wie es kommen musste, schlechte Laune, schlechte Sichtverhältnisse: Unfall
Ich bin gestürzt und unter der BMW eingeklemmt gewesen und habe jetzt ein Loch in der Wade. Hilfe war relativ schnell da genauso wie die Ambulanz und die Polizei, wir verbrachten einen angenehmen Abend auf der Polizeiwache, wobei sich 9 polizisten und eine Dolmetscherin nachts um 1 uhr um uns bemühten. Per polizeitaxi wurden wir dann in unser hotel gebracht.
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Das ist meine (Ralf) Sicht des Tages, der nicht so gut gelaufen ist. Wie ihr vielleicht festgestellt habt habe ich nur von mir gesprochen, Lars war natürlich auch dabei. Er hat das Beste aus dem Tag gemacht und den Unfall nicht gesehen, war schon sehr erschrocken.

Bam tag 10

25.07.2014
Nach 4h sitzend jedoch nicht wirklich schlafend und einigen Schnarchatacken von pavel wachten wir aus 20min Erschöpfungsschlaf auf. Wir waren gerädert. Hätten genauso gut auch durchfahren können. Der Erholungseffekt wäre derselbe gewesen.
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Wir packten unsere sachen. Es war schweinekalt. Ca. 5/6°. Die knochen waren steif als wären sie schon pensioniert. Und deshalb gings auch schon wieder los. Pavel sorgte dafür, dass es wenigstens Ralf sehr warm werden würde. Frühstück auf russisch heisst „Wodka und speck“. Ich konnte beim besten willen nicht schon früh damit anfangen. Umso mehr staunte ich, als ralf 4 mal mit pavel auf freunschaft, die enkel, die taiga usw. anstiess. Ich brauchte zum Glück nur an der Flasche nippen. Ralf nicht! 😉 prost ralf 😉 und wie ihr seht hat ralfi auch richtig freude dabei.
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Wehmütig nahmen wir Abschied von den beiden. Zumindest versuchten wir es. Pavel kam selbst bei laufendem Motor mit der flasche Wodka an. Irgendwie schafften wir es dann aber. Roman und pavel schickten uns dann diese bilder hier. Das nächste Mal bleiben wir länger…hier hatten wir wirklich was verpasst…
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Fischen in der taiga…
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In Gedanken immer noch bei pavel und roman waren wir schon wie am tag zuvor auf der suche nach benzin. Die fahrt führte uns nach „gorogotschi“. Einem typischen BAM örtchen, was aus in die zeitgekommenen plattenbauten bestand. Wir fuhren wie immer in Richtung eines magazins was gleichermassen das örtliche Bürgermeisteramt bedeutete.
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die Prozedur war ähnlich wie immer. Neugierige Menschen kamen auf ein Gespräch vorbei. Wir lernten schenia kennen der im bereich Brückenbau tätig war.
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Er erzählte uns von seiner Familie in deutschland und dass er uns benzin besorgen könnte. Ralfs bmw hat zwar keinen sozius, aber schenia fand trotzdem irgendwo hinter ralf platz.
15min später war die bmw um 10l „reicher“.